Weinwissen

Wein-Mythen im Check:
Was stimmt wirklich?

Engel & Flamme · 5 Min. Lesezeit
HEAVEN Rosé und HELL Weißwein von Engel & Flamme nebeneinander in Crushed Ice, sonnendurchflutet
Kein Mythos: Gut gekühlt ist der halbe Genuss.

Kaum ein Getränk schleppt so viele Regeln mit sich herum wie Wein. Die gute Nachricht: Die Hälfte davon kannst du getrost vergessen.

Rotwein bei Zimmertemperatur, bloß nicht schwenken, und Kopfschmerzen kommen von den Sulfiten. Rund um Wein kursieren Weisheiten, die seit Jahrzehnten am Tisch weitergegeben werden, ohne dass jemand nachfragt. Wir haben die acht häufigsten gesammelt und ehrlich sortiert. Jedes Urteil klar benannt: stimmt, stimmt halb oder Quatsch. Damit du beim nächsten Weinabend entspannt mitreden kannst.

Mythos 1: „Rotwein trinkt man bei Zimmertemperatur."

Stimmt halb

Die Regel stammt aus einer Zeit, in der Zimmer selten wärmer als 18 Grad waren. Heutige Wohnungen liegen eher bei 22 bis 24 Grad, und da wirkt Rotwein schnell breit und alkoholisch. Ideal sind 16 bis 18 Grad. Der einfachste Trick: Stell die Flasche 20 Minuten in den Kühlschrank, bevor du sie öffnest.

Mythos 2: „Je älter der Wein, desto besser."

Quatsch

Die allermeisten Weine werden gemacht, um innerhalb von ein bis drei Jahren getrunken zu werden. Nur ein kleiner Teil, vor allem kräftige Rotweine mit viel Struktur, gewinnt durch lange Lagerung. Ein frischer Rosé oder Weißwein ist am besten, solange er jung ist. Warten macht ihn nicht edler, nur müder.

Mythos 3: „Schwenken ist reine Angeberei."

Quatsch

Sieht theatralisch aus, hat aber einen echten Zweck: Durchs Schwenken kommt Sauerstoff an den Wein, und die Aromen lösen sich aus dem Glas. Gerade junge Weine wirken danach offener und duftiger. Du musst es nicht tun. Aber wer schwenkt, gibt nicht an, sondern holt einfach mehr raus.

Mythos 4: „Sulfite machen Kopfschmerzen."

Quatsch

Sulfite stecken in fast jedem Wein, und in getrockneten Aprikosen in deutlich höherer Menge, ohne dass jemand über Trockenobst-Kopfschmerzen klagt. Der schwere Kopf am Morgen danach kommt fast immer vom Alkohol und von zu wenig Wasser. Eine echte Sulfit-Empfindlichkeit ist selten und zeigt sich eher über die Atemwege als über den Kopf. Der beste Tipp bleibt der einfachste: ein Glas Wasser neben dem Wein. Was hinter dem schweren Kopf wirklich steckt, liest du hier.

Wein ist kein Regelwerk. Er ist ein Getränk.

Mythos 5: „Rosé ist ein Mix aus Rotwein und Weißwein."

Quatsch

Für stillen Rosé ist das Verschneiden von Rot- und Weißwein in der EU sogar verboten. Rosé entsteht aus roten Trauben, deren Saft nur kurz auf den Schalen bleibt. Genau daher kommt die zarte Farbe. Und falls du dich als Nächstes fragst, ob Rosé automatisch süß ist: Auch das haben wir im Check Rosé, süß oder trocken? ehrlich beantwortet.

Mythos 6: „Aus dem richtigen Glas schmeckt Wein besser."

Stimmt

Die Form des Glases lenkt, wie die Aromen in die Nase steigen und wo der Wein auf der Zunge landet. Der Unterschied zwischen Wasserglas und Weinglas ist deutlich, das kannst du zu Hause selbst testen. Du brauchst trotzdem keine zwölf Glasserien: Ein gutes Universalglas mit schlankem Kelch reicht völlig.

Mythos 7: „Schraubverschluss heißt billiger Wein."

Quatsch

Der Verschluss sagt nichts über die Qualität im Glas. Für frische Weine, die jung getrunken werden, ist die Schraube sogar oft die klügere Technik, weil sie den Wein zuverlässig frisch hält und Korkschmecker ausschließt. Die ganze Geschichte steht in unserem Duell Schraubverschluss vs. Korken.

Mythos 8: „Teurer Wein ist besserer Wein."

Stimmt halb

Bis zu einem gewissen Punkt bekommst du für mehr Geld tatsächlich mehr Sorgfalt im Glas. Darüber hinaus zahlst du zunehmend für Namen, Lage und seltene Flaschen, und in Blindproben schneiden günstigere Weine regelmäßig erstaunlich gut ab. Was guter Wein wirklich kostet, haben wir separat aufgeschlüsselt.

Was am Ende zählt

Die meisten Mythen stammen aus einer Zeit, in der Wein etwas Feierliches, fast Strenges war. Wir sehen das entspannter: gut gekühlt, gutes Glas, gute Leute. Unsere beiden, HEAVEN Rosé und HELL Weißwein, kommen übrigens mit Schraubverschluss, wollen jung getrunken werden und schmecken am besten kalt. Drei Mythen weniger, mehr Sommer im Glas.

Zwei Weine, null Mythen.

HEAVEN Rosé und HELL Weißwein vom Bodensee. Merk dir dein Duo vor und gehör zu den Ersten.

Zum Wein

Noch nicht durstig? Der Kreis erfährt es zuerst.

Häufige Fragen

Muss Rotwein Zimmertemperatur haben?

Nein, zumindest nicht die heutige. Die alte Regel meinte Räume um 18 Grad. Ideal sind 16 bis 18 Grad, also darf Rotwein bei modernen Wohnungstemperaturen vor dem Öffnen 20 Minuten in den Kühlschrank.

Machen Sulfite im Wein Kopfschmerzen?

In aller Regel nicht. Kopfschmerzen nach Wein kommen fast immer vom Alkohol und von zu wenig Wasser. Sulfite stecken in vielen Lebensmitteln in höherer Konzentration, etwa in Trockenobst, und eine echte Empfindlichkeit ist selten.

Wird Wein besser, je länger er liegt?

Nur ein kleiner Teil der Weine ist zum Lagern gemacht, vor allem kräftige Rotweine mit viel Struktur. Die meisten, besonders frische Weiß- und Roséweine, sind jung am besten und verlieren mit den Jahren an Frucht und Frische.

Ist Rosé eine Mischung aus Rotwein und Weißwein?

Nein. Für stillen Rosé ist das in der EU nicht erlaubt. Rosé entsteht aus roten Trauben, deren Saft nur kurz Kontakt mit den Schalen hat. Daher die helle Farbe.

Bringt Schwenken beim Wein wirklich etwas?

Ja. Durchs Schwenken kommt Sauerstoff an den Wein und die Aromen entfalten sich besser. Besonders junge Weine wirken danach offener. Pflicht ist es trotzdem nicht.

Weiterlesen im Journal
Schraubverschluss vs. Korken

Warum die Schraube kein Billig-Signal ist.

Was kostet guter Wein?

Der ehrliche Blick auf Preis und Qualität.

Rosé: süß oder trocken?

Was wirklich in der Flasche steckt.