Für eine Weinprobe brauchst du kein Diplom. Du brauchst ein paar Flaschen, ein paar Freundinnen und den Mut, eine Meinung zu haben.
Weinproben klingen nach Kellergewölbe, Fachbegriffen und ernsten Gesichtern. Dabei ist ein Tasting zuhause vor allem eines: ein richtig guter Grund, sich zu treffen. Ihr probiert, ihr vergleicht, ihr streitet euch liebevoll über Nummer drei. Am Ende hat jede einen neuen Lieblingswein und einen schönen Abend hinter sich. Hier kommt die komplette Anleitung, so einfach wie möglich.
Wie viele Flaschen für wie viele Leute?
Die gute Nachricht zuerst: weniger, als du denkst. Bei einer Probe schenkst du klein ein, ungefähr 0,1 Liter pro Glas. Aus einer 0,75-Liter-Flasche kommen damit sieben bis acht Probiergläser, eine Flasche pro Wein reicht also locker für sechs Personen. Die ganze Rechnung steht in unserem Gläser-pro-Flasche-Guide.
Für den Abend selbst gilt: Drei bis vier Weine sind genug. Nach dem vierten Wein probiert niemand mehr, dann wird getrunken, und das ist auch völlig in Ordnung. Dazu gehören Wasser für alle, ein neutrales Weißbrot gegen den Geschmacks-Übertrag und pro Person ein Glas. Es müssen nicht vier verschiedene Gläser pro Kopf sein, zwischen den Weinen einmal kurz ausschwenken reicht. Und leg dir eine Lieblingsflasche extra kalt, denn aus jeder guten Probe wird irgendwann einfach ein Abend.
Die Reihenfolge: hell vor dunkel, leicht vor schwer
Die einzige Regel, die du wirklich brauchst: Von hell nach dunkel, von leicht nach schwer, von trocken nach süß. Erst die frischen Weißweine, dann Rosé, dann kräftigere Rote, und wenn etwas Süßes dabei ist, kommt es zum Schluss. Der Grund ist simpel: Ein wuchtiger Wein übertönt alles, was danach kommt. Die leisen Weine sollen eine faire Chance haben, bevor die lauten die Bühne betreten.
Genauso wichtig wie die Reihenfolge ist die Temperatur. Weißwein und Rosé gehören gut gekühlt ins Glas, sonst schmecken sie breiter und flacher, als sie sind. Welche Gradzahl für welchen Wein stimmt, steht in unserem Temperatur-Spickzettel.
Der Alufolien-Trick
Jetzt wird es gut. Damit niemand nach Etikett und Preis urteilt, wickelst du jede Flasche komplett in Alufolie, auch über den Verschluss, denn geübte Augen erkennen Weine sonst an der Kapsel. Nummer drauf, fertig ist die Blindverkostung. Eine von euch notiert sich heimlich im Handy, welche Nummer welcher Wein ist, und wickelt am besten auch ein, denn nach zwei Gläsern weiß sie es ehrlicherweise selbst nicht mehr.
Dann wird nummeriert eingeschenkt, gerochen, probiert und getippt. Welcher war der teuerste? Welcher kommt aus dem Supermarkt? Erst wenn alle Bögen ausgefüllt sind, werden die Flaschen ausgepackt. Dieser Moment ist der beste des Abends, versprochen. Blind schmecken Weine anders, und die Überraschungen sind fast immer die schönsten Gesprächsthemen.
Mehr braucht es nicht. Keine Aromen-Räder, keine hundert Kategorien. Duft, Geschmack, Nachschenk-Frage und ein einziges Wort, das den Wein beschreibt. Aus genau diesen Ein-Wort-Antworten entstehen die besten Diskussionen des Abends.
Das Ziel ist kein Urteil. Das Ziel ist ein schöner Abend mit Meinung.
HEAVEN gegen HELL: das Einstiegs-Tasting
Wenn dir vier Weine für den Anfang zu viel sind, gibt es eine einfachere Version, und die hat es in sich: zwei Flaschen, ein Duell. HEAVEN, unser Rosé, gegen HELL, unseren Weißwein. Beide kommen aus derselben Kellerei am Bodensee und tragen dieselbe Handschrift, aber sie haben zwei komplett verschiedene Charaktere: HEAVEN ist fruchtig und weich, HELL frisch und klar.
Beide in Alufolie, blind einschenken, und dann wird es spannend: Wer erkennt, welcher welcher ist? Und die eigentliche Frage des Abends: Team HEAVEN oder Team HELL? Das ist das perfekte erste Tasting, weil es keine Verliererin gibt. Egal wie die Abstimmung ausgeht, beide Flaschen werden leer. Und wenn aus dem Duell ein ganzer Abend werden soll, findest du die komplette Planung in unserem Mädelsabend-Guide.
Das Duo für dein erstes Tasting.
HEAVEN Rosé gegen HELL Weißwein: zwei Flaschen, zwei Teams, ein Abend. Merk dir dein Duo jetzt vor.
Duo vormerkenNoch nicht durstig? Der Kreis erfährt es zuerst.
